Wissen schafft Heilung

   Nuklearmedizin

    Klinikum rechts der Isar
    Ismaninger Straße 22
    81675 München

 

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225Actinium-PSMA-Therapie

Die 225Actinium-PSMA-Therapie ist eine neuartige vielversprechende Therapie für das metastasierte, kastrationsresistente Prostatakarzinom. Diese Therapie wurde initial als Kooperation der Abt. Nuklearmedizin an der Uniklinik Heidelberg u. dem „Directorate for Nuclear Safety and Security of the EC-JRC“ in Karlsruhe entwickelt. Sie wird seit 2017 in enger Kooperation mit beiden Institutionen auch in der Klinik für Nuklearmedizin der TU München angeboten.

An unserer Klinik ist sie vor allem für Patienten gedacht, die nach bereits erfolgter 177Lutetium-PSMA-Therapie ein fortschreiten der Tumorerkrankung aufweisen. Das Prinzip der Therapie basiert darauf, dass ein therapeutisch wirksamer Strahler (Actinium-225) an eine spezielle Spürsubstanz gebunden wird, die diesen Strahler gezielt zu den Tumorzellen des Prostatakarzinoms trägt, dort bindet und in die Zellen aufgenommen wird. Durch die lokale Bestrahlung kommt es dann zur selektiven Zerstörung der Tumorzellen bei weitgehender Schonung des umliegenden Gewebes.

Die Spürsubstanz bindet dabei an das sogenannte Prostata-spezifische Membranantigen (PSMA), welches um ein vielfaches höher auf Zellen des Prostatakarzinoms und seiner Metastasen vorkommt. Dieser Bindungsmechanismus wird bereits sehr erfolgreich in der PSMA PET-CT-Diagnostik und bei der 177Lutetium-PSMA-Therapie genutzt.

Die 225Actinium-PSMA-Therapie ist noch nicht zugelassen und wurde bisher nur an einer kleinen Anzahl von Patienten durchgeführt. Insbesondere das Nebenwirkungsprofil ist noch nicht umfassend bekannt. Die bis jetzt festgestellten signifikanten Nebenwirkungen sind: Einschränkung der Speicheldrüsenfunktion; Auswirkungen auf das Blutsystem und Einschränkung der Nierenfunktion.

Im Vergleich zu der bei Ihnen bereits durchgeführten 177Lutetium-PSMA-Liganden-Therapie, die eine Behandlung mit beta-Strahlern darstellt, handelt es sich hierbei um die Gabe einer mit einem radioaktiven alpha-Strahler markierten Substanz. Hierbei handelt es sich um einen höher energetischen Strahler, welcher eine höhere Rate von Doppelstrangbrüchen in den Tumorzellen hervorrufen kann und somit zum Zelltod der Tumorzelle führt. Ein weiterer Vorteil ist die kürzere Reichweite von lediglich ca. 0,04 mm, was eine Schonung des umgebenden Gewebes bedeutet.

Die 225Actinium-PSMA-Therapie wird im Rahmen einer individuellen Heilmaßnahme während eines kurzen stationären Aufenthalts durchgeführt. Es handelt sich um keine klinische Studie.

Was können Sie von der Therapie erwarten?

Die Behandlung mit 225Actinium-PSMA-Liganden bei Prostatakarzinom-Patienten ist eine neu entwickelte Therapie. Es gibt bisher nur eine veröffentlichte Arbeit, die über die Erfahrungen von 14 Tumorpatienten berichtet. Alle diese Patienten wurden entweder nach Versagen einer 177Lutetium-PSMA-Liganden-Therapie oder aufgrund einer starken Tumorausbreitung im Knochenmark mit einem 225Actinium-PSMA-Liganden behandelt. Trotz des fortgeschrittenen Stadiums konnte bei 75% der Patienten ein Rückgang des PSA-Wertes erreicht werden. Ein PSA-Wert-Abfall von >50% konnte bei 4 von 9 behandelten Prostatakarzinom-Patienten nachgewiesen werden. Entsprechend dem PSA-Wert Abfall zeigten auch die Kontrollen mit

der PSMA-PET/CT Bildgebung eine Abnahme der Tumoraktivität. Im Rahmen dieser Arbeit wurden verschiedene Dosislevel getestet, um den bestmöglichen Kompromiss zwischen effektiver Behandlung der Tumorherde sowie Auftreten und Stärke von Nebenwirkungen zu finden.

Eine detaillierte Beratung über die Möglichkeit zur 225Actinium-PSMA-Therapie bieten wir Ihnen im Rahmen unserer uroonokologischen Sprechstunden. Terminvereinbarung unter Tel: 089/4140-2990. Wir bitten Sie uns vor einer Terminvereinbarung Ihre aktuellen Befunde und Krankheitsgeschichte zukommen zu lassen (per Email an: sabine.kiefel@mri.tum.de oder per Fax an 089/4140-4950 mit dem Vermerk:“Z.Hd. von Sabine Kiefel“ ).

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