Wissen schafft Heilung

   Nuklearmedizin

    Klinikum rechts der Isar
    Ismaninger Straße 22
    81675 München

 

   Sprechzeiten und Kontakt:

    Montag bis Donnerstag:
    08:00 - 16:30 Uhr

    Freitag:
    08:00 - 15:00 Uhr

 

    Anmeldung Schilddrüse:
    +49 (89) 4140 2990

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Herzszintigraphie

Prinzip
 
Die  Myokardszintigraphie  ist  ein  funktionell  bildgebendes  Verfahren,  mit  dessen  Hilfe  die Durchblutung des Herzmuskels visualisiert werden kann. Im Vergleich zur Koronarangiographie ist die Herzszintigraphie ein nicht invasives Verfahren. Als  Radiopharmaka  wird  heutzutage  am  häufigsten  99m-Tc-MIBI  verwendet.  Die  Verteilung  im Herzmuskel  wird  mit  einer  Gamma-Kamera  mittels  SPECT-Technik  oder  einer  D-SPECT-Kamera
gemessen. Durch eine simultane EKG-Triggerung der Perfusionsaufnahmen können zusätzlich auch Informationen über die globale und regionale Pumpfunktion akquiriert werden.
 
Indikationen

  • Primärdiagnostik einer koronaren Herzerkrankung, kardiale Risikostratifizierung mit Nachweis / Ausschluss einer myokardialen Ischämie oder Narbe
  • Bestimmung der Lokalisation, der Ausdehnung und des Schweregrades
  • Nachweis  /  Ausschluss  einer  funktionellen  Bedeutung  von  angiographisch  nachgewiesenen Koronarstenosen
  • Nachweis / Ausschluss myokardialer Vitalität


Welche Vorbereitungen des Patienten sind nötig

Die  Belastung  des  Patienten  erfolgt  entweder  körperlich  auf  einem  Laufband  oder fahrradergometrisch in halbliegender Position. Sollte die körperliche Belastung aus kardiologischen oder  körperlichen  Gründen  nicht  möglich  sein,  wird  die  Belastung  pharmakologisch  durchgeführt. Beispielsweise  mit  Adenosin  intravenös  mit  einer  Dosierung  von  etwa  140  Mikrogramm/kg Körpergewicht/min.  unter  RR-  und  EKG-Kontrolle  über  etwa  5-6  min.  Die  Applikation  des Radiopharmakons  erfolgt  nach  der  3.  Minute.  20  Minuten  p.i.  wird  eine  fettreiche  Mahlzeit eingenommen.
Folgende  Medikamente  sollten,  falls  medizinisch  vertretbar,  abgesetzt  werden:  Calcium-Antagonisten und Nitro-Präparate am Vortag sowie Beta-Blocker 2-3 Tage vorher. Das Absetzen von nicht  herzwirksamen  Medikamenten  vor  der  Perfusions-Untersuchung  ist  nicht  erforderlich.  Der Patient muss am Untersuchungstag nüchtern erscheinen und sollte (so medizinisch vertretbar) keine Herzmedikamente einnehmen. Zur Untersuchung bitte eine fettreiche Mahlzeit mitbringen.

Pharmakologische Belastung:
 

Kein  Koffein  für  12  Stunden  vor  der  Untersuchung.  Bei  höhergradiger  COPD,  therapiepflichtigem Asthma,  Sick-Sinus-Syndrom,  AV-Block  II°,  u.a.  kann  eine  pharmakologische  Belastung  unter Dobutamin oder mit Rapiscan (Wirkstoff: Regadenoson) durchgeführt werden.

Untersuchungsgeräte (D-SPECT/Gammakamera)

 
Bei einer D-SPECT-Kamera handelt es sich um einen Scanner, der ausschließlich für die Szintigraphie des  Herzmuskels  entwickelt  wurde.  Konventionelle  Gammakameras  verwenden  in  der  Regel  2 Kristalldetektoren, die um den Brustkorb rotieren. Die D-SPECT-Kamera erfasst die Herzdurchblutung hingegen  mit  Hilfe  von  9  Halbleiterdetektoren,  die  in  einer  oval  bis  kreisförmigen  Konfiguration angeordnet  sind.  Die  Halbleiterdetektoren  sind  im  Vergleich  zur  konventionellen  Technik  bis  zu zehnmal sensitiver, haben eine doppelt so hohe Auflösung und ermöglichen eine fünfmal schnellere Erfassung der Aufnahmen. Eine Einzelaufnahme kann somit in etwa 5 Minuten fertiggestellt werden. Die hohe Sensitivität der neuen Technik ermöglicht, die Menge des Radiopharmakons, welches im Rahmen der Szintigraphie verabreicht wird, um etwa 20-30% zu reduzieren. Ihre Strahlenexposition sinkt hierdurch in gleichem Maße.
 
Nach der Untersuchung
 
Nach der Untersuchung sind keine besonderen Maßnahmen erforderlich.  
 
Radiopharmakon
 
Eintagesprotokoll konventionelle Gammakamera:  
1000 MBq Tc-99m-Sestamibi (250 MBq bei Belastung und 750 MBq in Ruhe)
 
Zweitagesprotokoll konventionelle Gammakamera:  
600  MBq  Tc-99m-Sestamibi  (250  MBq  bei  Belastung  und  350  MBq  in  Ruhe)  
 
Strahlenexposition  

Die effektive Dosis beträgt beim Erwachsenen:
Nur Belastung: 2,1 mSv
Belastung+Ruhe (Zweitages-Protokoll): 5,1 mSv
Belastung+Ruhe (Eintages-Protokoll): 8,5 mSv
Bei Einsatz der D-SPECT-Kamera: 20 bis 30%-ige Dosisreduktion möglich

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