Wissen schafft Heilung

   Nuklearmedizin

    Klinikum rechts der Isar
    Ismaninger Straße 22
    81675 München

 

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Selektive Interne Radiotherapie (SIRT)

Prinzip

Die selektive interne Radiotherapie ist eine Behandlungsmethode, die bei fortgeschrittenen lebereigenen Tumoren (primäre Lebertumoren) oder Metastasen eingesetzt werden kann.

Im Gegensatz zur herkömmlichen Bestrahlung werden die Tumorzellen bei der SIRT nicht von außen, sondern von innen bestrahlt. Somit können die radioaktiven Teilchen dann direkt vor Ort ihre gesamte Wirkung entfalten. Dazu werden die radioaktiven Teilchen (90Yttrium) an winzige Glaskügelchen mit einer Größe von 20 - 30 Mikrometer gekoppelt und mittels eines dünnen Katheters über eine Arterie direkt in die Leber injiziert. 90Yttrium ist ein radioaktives chemisches Element (Isotop), welches Betastrahlen aussendet. Die Halbwertszeit beträgt 64,2 Stunden. Die Strahlung durchdringt durchschnittlich Weichgewebe bis 2,5 mm und hat eine maximale Reichweite von 10 mm.

 

Indikationen

  • das hepatozelluläres Karzinom
  • Lebermetastasen bei kolorektalem Karzinom
  • Lebermetastasen bei Mammakarzinom
  • Lebermetastasen bei neuroendokrinen Tumoren

 

Patientenvorbereitung

Vor der Therapie sind bei jedem Patienten, falls sie noch nicht vorliegen, verschiedene bildgebende Verfahren notwendig, um die genaue Ausdehnung der Erkrankung zu bestimmen und die Eignung für die Behandlung festzustellen. Eine Kontraindikation für die Behandlungsmethode stellen ausgedehnte Tumormanifestationen außerhalb der Leber dar, da die Methode außerhalb der Leber keine Wirkung erzielt.

Die Indikation zur Therapie wird in einem interdisziplinären Tumorboard gestellt.

Wenn die Voraussetzungen für die Therapie erfüllt sind, erfolgt die sogenannte Evaluation. Dazu wird eine angiographische Darstellung der Leber und ihrer versorgenden Arterien durchgeführt. In dieser Sitzung werden gegebenenfalls auch kleine Äste mit verschiedenen interventionellen Methoden verschlossen, um eine Verteilung der radioaktiven Kügelchen außerhalb der Leber einzudämmen. Mittels eines Katheters wird 99mTc-MAA an derselben Position wie bei der eigentlichen Therapie injiziert. 99mTc-MAA hat ähnliche Eigenschaften wie das zur Therapie verwendete 90Yttrium. Hiermit wird die Verteilung der Kügelchen in der Leber und im Körper simuliert. Direkt anschließend wird eine Szintigraphie (SPECT/CT) durchgeführt und ausgewertet. Hierbei wird festgestellt, ob, und in welchem Umfang es zu einer Verteilung außerhalb der Leber kommt.

 

Nebenwirkung

Insgesamt stellt die Radiochemoembolisation bei adäquater Vorbereitung und Sorgfalt eine nebenwirkungs- und komplikationsarme Methode dar. Kurzzeitig können Oberbauchschmerzen, Druckgefühl, Übelkeit und Erbrechen auftreten, die jedoch mit Medikamenten gut beherrschbar sind. Seltener können Fieber und Schüttelfrost auftreten. Auch kann für einige Wochen Müdigkeit und Appetitlosigkeit bestehen. Selten können schwerwiegende Nebenwirkungen wie Gallenblasenentzündung, Leberversagen oder eine Schädigung von anderen Organen wie Lunge, Magen oder Darm auftreten.

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