Wissen schafft Heilung

   Nuklearmedizin

    Klinikum rechts der Isar
    Ismaninger Straße 22
    81675 München

 

   Sprechzeiten und Kontakt:

    Montag bis Donnerstag:
    08:00 - 16:30 Uhr

    Freitag:
    08:00 - 15:00 Uhr

 

    Anmeldung Schilddrüse:
    +49 (89) 4140 2990

    Anmeldung Szintigraphie:
    +49 (89) 4140 2991

    Anmeldung PET:
    +49 (89) 4140 2945

    Anmeldung Therapiestation:
    +49 (89) 4140 6330

   

Therapien

Die Therapie mit offenen Radionukliden ist eine Strahlenbehandlung. Der Unterschied zur Strahlentherapie besteht darin, dass die radioaktiven Strahler in den Organismus eingebracht werden.

Diese Therapien werden entsprechend gesetzlicher Vorgaben im Rahmen eines stationären Aufenthaltes durchgeführt.

 

 

Allgemeines zur Radio-Iod-Therapie:

 

Wie wird eine Radio-Iod-Therapie in der nuklearmedizinischen Therapiestation durchgeführt?

Die Radio-Iod-Therapie wird seit mehr als 40 Jahren zur Behandlung der Schilddrüsen-Überfunktion und maligner Schilddrüsenerkrankungen durchgeführt und hat sich als effektive und nebenwirkungsarme Behandlungsmethode etabliert. Mit der Radio-Iod-Therapie können selektiv die Anteile der Schilddrüse behandelt werden, die zuviel Schilddrüsenhormon produzieren; in den meisten Fällen kann dabei normal funktionierendes Schilddrüsen-Gewebe geschont werden. Die Radio-Iod-Therapie wird mit einer radioaktiven Form des Iods - [131Iod] - durchgeführt.

Das radioaktive [131Iod] wird Ihnen in Form einer kleinen Kapsel oder als Flüssigkeit verabreicht, nach deren Auflösung im oberen Magen-Darm-Trakt das [131Iod] über die Blutbahn über einen selektiven Aufnahmemechanismus in den autonomen Anteilen der Schilddrüse aufgenommen wird. Der Anteil des [131Iod], der nicht in der Schilddrüse aufgenommen wird, wird innerhalb von 24 Stunden über den Urin ausgeschieden. [131Iod] wird ausschließlich in Schilddrüsenzellen angereichert und bestrahlt diese zielgenau. Die Strahlungsreichweite beträgt ca. 4mm, so dass das umliegende normale Gewebe geschont wird. Die in den Schilddrüsenanteilen aufgenommene Therapieaktivität zerfällt in den nächsten Tagen. In den meisten Fällen reicht eine einzelne Radio-Iod-Therapie aus, um die Überfunktion der Schilddrüse zu behandeln. In seltenen Fällen kann eine 2. Therapie erforderlich werden, die zudem problemlos durchgeführt werden kann. Ein wesentlicher Vorteil der Radio-Iod-Therapie liegt darin, dass die Radiojod-Therapie eine nebenwirkungsarme Therapieform ist; nur in seltenen Fällen kann es zu leicht entzündlichen Veränderungen des Schilddrüsen-Gewebes kommen, die zu einem Druckgefühl im Halsbereich führen können.

Auf der Station 8/0 (6 Einbettzimmer, 3 Zweibettzimmer, 1 Dreibettzimmer) sind zu jeder Zeit Ärzte(innen), Krankenschwestern und Pfleger erreichbar, die sich um Ihre individuellen Bedürfnisse und Wünsche bemühen. Für die technisch-physikalische Betreuung sowie den Strahlenschutz ist ein Physiker zuständig.

Die Patientenzimmer auf der Therapiestation verfügen über normale Betten, eine Nasszelle, ein Telefon sowie ein Fernsehgerät. Ein geringer Anteil der Strahlung des [131Iod] (Gamma-Strahlung) hat eine längere Reichweite und gelangt außerhalb Ihres Körpers und kann dort gemessen werden. Dieser ist für den Therapieeffekt unbedeutend. Wegen dieses außerhalb Ihres Körpers messbaren Strahlenanteils ist aufgrund der Strahlenschutzvorschriften in Deutschland ein stationärer Aufenthalt zur Durchführung der Radio-Iod-Therapie notwendig. Im Rahmen der Strahlenschutzvorschriften sind spezielle Maßnahmen notwendig, die vor allem bautechnischer Natur sind, jedoch für die Patienten unbemerkt sind. Insbesondere handelt es sich dabei um speziell abgeschirmte Wände, eine spezielle Abfallentsorgung, sowie eine so genannte Abklinganlage zum Auffangen sämtlicher Ausscheidungen. Die Aufenthaltsdauer zur Durchführung einer Radio-Iod-Therapie hängt u.a. von der Menge des verwendeten radioaktiven [131Iod] ab, beträgt jedoch meist nur 2-4 Tage. Insgesamt wird der stationäre Aufenthalt von unseren Patienten als angenehm empfunden. Von dem Patienten als nicht angenehm empfunden wird jedoch ein Besuchsverbot von Angehörigen oder Freunden während des Aufenthaltes; dies ist jedoch aufgrund der Gesetzeslage nicht anders möglich.

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